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Malerblatt (Mai 2001), S. 76, 77
Internet: www.malerblatt.de
Offizielles Organ Hauptverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz
PORTRAIT

Heiner Schwebach -
Es geht um die Menschen
Gemeinsam mit Kunden und Mitarbeitern ist ein Betrieb an der Saar qualitativ gewachsen
Nein, Zögern und Zaudern sind seine Sache nicht. Heiner Schwebach, Geschäftsführer des gleichnamigen Malerbetriebs in Irsch bei Saarburg, trifft seine Entscheidungen meist spontan - und verlässt sich dabei oft auf sein Gefühl. "Als damals vom Malerblatt die Leserreise nach Paris ausgeschrieben wurde, fiel die Entscheidung zur Teilname bei meinem Vater und mir innerhalb von 10 Minuten." Doch nicht nur bei solchen Fortbildungs-Veranstaltungen sind die Schwebachs fix: auch für sinnvolle Investitionen entscheidet man sich ruckzuck. So war es dem Irscher Betrieb auch schnell klar, sich eine Putzmaschine anzuschaffen (siehe auch Artikel "Gewaltige Einsparungen", Heft 1/01, ab Seite 62). "Die Stuckateure bearbeiten intensiv den Malermarkt. Auch wir schauen über den Tellerrand und bieten eine größere Leistungspalette an. Gipsputz beispielsweise. Und das funktioniert wirtschaftlich nur mit der richtigen Maschine".
Kunde und Mitarbeiter
Wer den inzwischen mehr als 70 Jahre alten Betrieb, und wer die Schwebachs kennt, dem fällt eines sofort auf: trotz der ganzen Technik und trotz des konsequent wirtschaftlichen Denkens geht es immer zuallererst um die Menschen. Der Kunde steht im Mittelpunkt - und der Mitarbeiter nicht weniger. "Ich muss immer erst den Rahmen für eine Zusammenarbeit schaffen, muss Kunden- wie auch Mitarbeiterwünsche aufspüren und berücksichtigen", so Heiner Schwebach.
Situations-Beschreibung
Mit dem Kunden wird lange über jedes Angebot gesprochen, bis alle Fragen beantwortet sind und bis der Gesprächspartner bestmöglich beraten wurde. "Ein Bonbon müssen Sie für jeden Kunden haben." Heiner Schwebach weiß, womit er das Herz der Auftraggeber gewinnen kann. "Und wenn wir dem Kunden noch ein Stück Himmel mit Wolken an die Decke machen ..." Bieten kann der Irscher Betrieb das allemal, weil der "Senior" Hans Schwebach dafür nicht nur ein Händchen, sondern eine erstklassige Begabung hat.
Was die Kunden ebenfalls beeindruckt: "Unser Angebot ist keine Ansammlung von Textbausteinen, sondern eine richtige Situationsbeschreibung. Wir formulieren für den Auftraggeber das Ziel. Wie soll alles nachher aussehen, was soll erreicht werden? Außerdem gehe ich immer ans Objekt - es gibt keine Baustelle, die ich nicht gesehen habe." Sehr wichtig ist die zuverlässige Präsenz am Objekt natürlich auch bei den gewerblichen Kunden. Ein Beispiel, bei dem das Organisationstalent der Schwebachs voll gefordert ist: Der Ferienpark Warsberg des Betreibers Landal Green Parks mit seinen 150 Bungalows ist Stammkunde. In der Nebensaison werden peu à peu die Wohnungen vom Schwebach-Team renoviert.
Ökologie und Internet
Dass man sich wirklich mit den Bedürfnissen der Menschen befasst, das zeigt auch die Mitgliedschaft bei der Kooperation "ÖkoBauHaus", das Handwerkerteam für gesunde Lebensbereiche". Schon etliche Jahrzehnte besinnt man sich bei den Schwebachs auf die Ökologie - nicht erst, seit es "Mode" ist.
Naturnahe Materialien verarbeiten und die Baubiologie im Hinterkopf haben, heißt jedoch absolut nicht, dass man deshalb technikfeindlich wäre. Ganz im Gegenteil! Heiner Schwebach und seine Schwester Hiltrud Schwebach-Ney ziehen beim PC-Einsatz alle Register. Für beide ist es selbstverständlich, eine Internet-Homepage zu haben und den Kunden über diese Schiene noch mehr Service zu bieten. So führte man für einen guten Privatkunden, der unterdessen in seinem Domizil in Kanada weilte, einen Auftrag aus, fotografierte die Arbeiten per Digitalkamera und stellte die Bilder auf die Homepage, so dass der Auftraggeber sein neu gestaltetes Haus im Internet anschauen konnte.
Soziale Kompetenz
"Mit unseren Kunden und mit unseren Mitarbeitern sind wir qualitativ gewachsen." Wenige haben die Größe, so einen Satz zu sagen. Kundenorientiert, ja, das wollen viele sein und einige sind's sogar. Aber einen so deutlichen Fingerzeig auf die Leistungen der Mitarbeiter gibt's nur höchst selten. Die Mitarbeiter persönlich schätzen - auch das hat im Hause Schwebach Tradition. Die "Seniorin" Elfriede Schwebach ist nach wie vor die Seele des Betriebs. Kein Wunder also, dass man sich ab und zu auch in der Freizeit mit den Mitarbeitern trifft. Hans und Heiner Schwebach sind sich einig: "Wichtig ist die soziale Komponente in einem Familienbetrieb wie dem unsrigen." Für Heiner Schwebach ist es noch wichtig, für seine Mitarbeiter quasi auch Fachberater zu sein, wenn irgend welche Dinge erklärt werden müssen. Hier investiert er immer wieder viel Zeit. Im Team konnte man deshalb jede Menge Know-how und soziale Kompetenz ansammeln- die beste Voraussetzung dafür, das selbst gesteckte Ziel zu erreichen: den Umsatz mit Privatkunden von derzeit 50 Prozent auf 60 Prozent zu erhöhen.
Ulrich Schweizer
Wie machen's die Kollegen? - Zweites Mappe Erfa-Treffen

(Mappe/Dezember 2007)
Erfahrungsaustausch
Ende Oktober fand das zweite Mappe Erfa-Treffen statt beim Kollegen Heiner Schwebach in Irsch im Kreis Trier/Saarburg. Begeisternd moderiert von Andrea Eigel diskutierten die Teilnehmer alltägliche Probleme und Fragen aus der betrieblichen Praxis und bekamen Tipps und Anregungen für die eigene Arbeit.
Es waren zwei vollgepackte Tage, die sich die Mappe Erfa-Teilnehmer aufgegeben hatten. Der Wunsch der Gruppe beim Auftakttreffen im Juli war es, dass man zwei Mal im Jahr für zwei Tage zusammen kommt und das jeweils bei einem anderen Kollegen. Nun also beim Kollegen Schwebach, der als Gastgeber für den stimmigen Rahmen sorgte, inklusive der Verkostung exzellenter Saar-Weine am Abend des ersten Tages.
Zunächst berichteten die Teilnehmer, wo sie gerade der Schuh drückt oder in der letzten Zeit besondere Erfolgserlebnisse zu verbuchen hatten. Dabei wurden die Hausaufgaben aus dem ersten Treffen besprochen. Jeder Erfa-Kollege sollte die Aufbauorganisation seines Betriebs in einem Organigramm darstellen.
Es stellte sich heraus, dass in den Unternehmen manche Positionen in der Hierarchie oder auch die Rollen von Mitarbeitern und Kommunikationswege nicht eindeutig definiert sind. Diese Unklarheiten führen dazu, dass es im Betrieb nicht rund läuft, Ärger mit und über Mitarbeiter ist programmiert.
Gemeinsam statt einsam
Detail- und kenntnisreich schilderte Moderatorin Andrea Eigel Erfahrungen aus anderen Betrieben, gab Tipps und stellte konkrete Hilfen wie etwa das Instrument des Handlungsprofils vor. Dieses, einmal erarbeitet für jeden Arbeitsplatz, hilft einerseits bei der Besetzung mit dem richtigen Mitarbeiter weil es sehr viel genauer ist als eine Stellenbeschreibung und andererseits beim Durchsetzen der unternehmerischen Ziele.
Die Mappe Erfa-Teilnehmer diskutierten engagiert und bekamen durch den Austausch Anregungen und Antworten auf die vielen kleinen Fragen, die im Alleingang zum schier unüberbrückbaren Hindernis werden.
Dazu trug am Ende des ersten Tages die Besichtigung des Betriebs von Heiner Schwebach bei. Die Erfa-Teilnehmer gewannen aufschlussreiche Einblicke und die Erkenntnis, dass die Kollegen immer wieder mit denselben Problemen zu kämpfen haben, und zwar unabhängig von der Betriebsgröße.
Überhaupt, so resümierten die Kollegen, tat es einfach gut, Rückmeldungen und Zuspruch von den anderen zu bekommen, die mit den gleichen Problemen kämpfen. Welche Maßnahmen funktionieren und welche nicht, wie die Kollegen mit bestimmten Situationen umgehen das zu hören und zu diskutieren erweitere den Horizont, den eigenen und den der Kollegen ebenfalls. So war das Erfa-Treffen eine bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten. Fortsetzung folgt im April 2008.
Matthias Heilig 
Türöffner zum Traumjob
Artikel im TV: 24.05.2004
TRIER/IRSCH. (ph) Für Sascha Kron haben sich die drei Wochen mehr als gelohnt: Als Schüler der 8. Klasse machte er ein Berufspraktikum beim Malerbetrieb Schwebach in Irsch. Heute ist Kron bei der Firma Auszubildender - und froh, damals seinen Traumjob gefunden zu haben.
Schon als kleiner Junge habe er zu Hause mit Begeisterung sein Zimmer geweißelt, erzählt Kron. "Das Anstreichen hat mir schon sehr gut gefallen", sagt der heute 17-Jährige.
Doch würde ihm das auch als Beruf Spaß machen? Da sei er sich nicht so sicher gewesen, erinnert sich Kron. Nach dem Berufspraktikum allerdings war ihm klar: Malern war genau, was er machen wollte. Dennoch zeigte er seinem "Traumberuf" zunächst die kalte Schulter und machte die mittlere Reife.
Als er sich danach bei Schwebach um eine Lehrstelle bewarb, hatte man dort den geschickten und motivierten Praktikanten von einst nicht vergessen. "Ich hatte ihm schon nach dem Praktikum empfohlen, sich bei uns für eine Lehrstelle zu bewerben", sagt Malermeister und Firmeninhaber Heiner Schwebach. Vor allem habe ihm imponiert, dass der junge Mann nicht nur mit den älteren Kollegen gut auskam, sondern auch den Kunden gegenüber eine gute Figur machte und - nicht zuletzt - mit Walze und Pinsel umzugehen verstand.
Generell empfehle er ein Betriebspraktikum als "Testphase, ob eine sich anschließende Lehre auch zu Ende geführt werden kann", sagt Schwebach, der auch Lehrlingswart der Maler- und Lakierer-Innung ist. Werde die Lehre nach einigen Monaten abgebrochen, seien die Enttäuschung und auch die finanziellen Nachteile auf beiden Seiten groß. Deshalb rät Schwebach den Schülern, sich schon frühzeitig über die von ihnen favorisierte Branche und die Betriebe, bei denen sie sich bewerben wollen, im Internet oder aus Zeitungsannoncen zu informieren.
Dieser Ansicht ist auch Petra Kollmann. Sie ist Schulbeauftragte bei der Handwerkskammer Trier und rät Berufsschülern der 8. und 9. Klasse, "in den Ferien so viele freiwillige Praktika wie möglich zu machen".
Persönlicher Eindruck kann viel ausgleichen
Schließlich würden bundesweit 20 Prozent aller beruflichen Ausbildungen vorzeitig abgebrochen, oft wegen falscher Vorstellungen von der beruflichen Wirklichkeit. Meist würden schon ein paar Tage Praktikum genügen, um einen Eindruck vom Arbeitsalltag zu bekommen - und meist auch einen Fuß in die Tür, sagt Kollmann. "Besonders, wenn das Zeugnis mal nicht so gut ist, kann der persönliche Eindruck vieles ausgleichen." Nicht selten stehe am Ende eines Praktikums dann das Angebot, sich doch zu bewerben. Wie bei Sascha Kron, der nur eine einzige Bewerbung schreiben musste - und danach seinen Traumjob bekam.
Mit Unterstützung in den Traumberuf

(Trierischer Volksfreund, 30. Oktober 2009; Mechthild Schneiders)
Wer in der Schule Schwächen zeigt, erhält häufig keinen Arbeitsplatz in einem Unternehmen, sondern macht eine außerbetriebliche Ausbildung. Anders Dominik Kliska. Der Absolvent der Maßnahme "Berufsvorbereitung" der Caritas Trier hat bei Heiner Schwebach eine Lehrstelle erhalten.
"Es gefällt mir saugut hier, ich fühle mich sehr wohl." Dominik Kliska hat über Umwege seinen Traumberuf gefunden. "Eigentlich wollte ich KFZ-Mechatroniker werden", erzählt der 18-Jährige. Doch nach einem Praktikum habe er gemerkt, dass ihm das nicht liegt. Als er dann ein weiteres in einem Malerbetrieb machte, hatte er seine Berufung und seinen Beruf entdeckt.
Doch der Weg zur Ausbildung war lang: Hauptschulabschluss, Berufsvorbereitungsjahr - und immer noch keinen Ausbildungsplatz. So habe er sich bei der Maßnahme "Berufsvorbereitung" der Caritas in Trier-Ehrang beworben, auch, weil seine Schwester so eine Lehrstelle gefunden hatte. Dort schnuppern Jugendliche, die gefördert werden, in verschiedene Berufe hinein und legen mit Hilfe der Betreuer ihren Berufswunsch fest. "Während dieser Zeit suchen wir Praktika-Stellen in Betrieben mit möglicher Ausbildungs-Chance", sagt Bildungsbegleiterin und Sozialpädagogin Katrin Lauter. So kam Dominik zu Malermeister Heiner Schwebach (49) nach Irsch/Saar.
Aus der Praktikumswoche sei bei Dominik der Wunsch nach einer Ausbildung entstanden, so der 59-Jährige. Da er dem Jugendlichen empfohlen hat, noch in andere Unternehmen zu gehen, war Dominik beim Bürgerservice. "Ich wollte aber eine Ausbildung im Betrieb machen", sagt er. "Das kam für uns etwas überraschend", gibt Schwebach zu, "weil wir unseren Ausbildungsplatz bereits vergeben hatten." Die Entscheidung für einen zweiten Lehrling sei aus dem Team gekommen. "Die wollten, dass er eine Lehre macht."
Seit August lernt Dominik jetzt den Maler-Beruf und hat sich trotz anfänglicher Schüchternheit gut ins Team integriert, wie sein Chef bestätigt. "Er arbeitet ständig mit anderen Kollegen und wird gerne mitgenommen."
"Ich hab bei ihm Potenzial gesehen", sagt Katrin Lauter von der Caritas. "Dominik war in Theorie und Praxis der Beste." Er habe Defizite, "aber er macht eine Lehre, damit er diese ausmerzt". Zudem habe er Anspruch auf Nachhilfe. Dass ein Jugendlicher aus der Maßnahme eine Ausbildungsstelle im ersten Arbeitsmarkt erhalte, sei selten, weiß die 30-Jährige.
"Oftmals sind die Jugendlichen so schwach, schulisch, persönlich, sozial, dass sie nur eine außerbetriebliche Ausbildung schaffen." In der Regel seien es nur zwei bis drei von 24, die eine "normale" Stelle fänden. "Dominik ist so ein Glücksfall." Sein Chef jedenfalls ist optimistisch, "dass er nach drei Jahren seinen Beruf gefunden hat und Malergeselle bleibt".
Extra Berufsvorbereitung bei der Caritas: Die Maßnahme "Berufsvorbereitung" der Caritas Trier hilft benachteiligten Jugendlichen, eine Ausbildungsstelle zu finden. Sie dauert elf Monate und beinhaltet eine sozialpädagogische Begleitung. Finanziert wird die Maßnahme von der Agentur für Arbeit. Bei den Kooperationspartnern Bürgerservice (Trier) und Don Bosco (Welschbillig-Helenenberg) machen die Teilnehmer ihre Berufsorientierung und Berufserkundung in den Bereichen Farbe, Metall und Holz. Zudem werden Praktika absolviert. (mehi)

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